Die Planungen für einen neuen Landwirtschaftlichen Pferdepensionsbetrieb an der Kaiser-Otto-Straße sorgen aktuell für Diskussionen in Elspe. Insbesondere der Modellflugverein Lennestadt äußert Bedenken. In einem ersten Bauabschnitt sind 20 Pferdeboxen geplant. Falls Bedarf besteht, könnten in einem zweiten Bauabschnitt nochmal 20 Plätze dazu kommen. Das bestätigte ein Mitglied der Familie, die den Pensionsbetrieb in Elspe plant, im Gespräch mit unserer Zeitung. Dazu komme der Bau einer Betriebsleiterwohnung. Die Pläne liegen bereits im Bauamt vor, „wir befinden uns aber noch ganz am Anfang des Prozesses“, so die Aussage des Familienmitglieds. „Wir sehen da ein großes Konfliktpotential“, äußert sich Kassierer Werner Gierelt, stellvertretend für den Modellflugverein Lennestadt (MFV), zu den Plänen. Die Vereinsmitglieder nutzen den Luftraum über den (Weide-)Flächen des möglichen Betriebs seit Jahren für ihr Hobby. Der Verein befürchtet schlimmstenfalls ein Flugverbot oder zumindest einschränkende Auflagen für den Modellflugsport in Elspe.
„Selbst bei bester Technik können wir nicht immer zu hundert Prozent gewährleisten, dass so ein Modellflugzeug nicht doch mal runterfällt. Wenn dann die teuren Pferde verletzt würden, ist das Drama groß“, so Gierelt. Außerdem könne doch niemand sagen, wie sich ein Pferd verhält, wenn ein Modellflugzeug über ihm kreist. Besonders an den Wochenenden, wenn Reiter und Flieger verstärkt ihren Hobbys nachgehen, sehe er viele Schwierigkeiten.
Das betrifft übrigens auch die Zuwegung. Die Kaiser-Otto-Straße, die unter anderem auch zum Clubheim des MFV führt, habe vor allem auf den ersten Metern nach dem Kreuzungsbereich mit der B55, entlang der alten Friedhofsmauern, erhebliche Engstellen. „Wie sollen da zwei SUV samt Pferdeanhänger nebeneinander herfahren?“, fragt sich der Verein. Auch einige Anlieger hätten da schon ihre Bedenken geäußert. Diese Probleme sieht man auf Seiten des geplanten Betriebs in solch einem Umfang nicht. „Pferde gewöhnen sich schnell an die Umstände und auf äußere Einflüsse“, heißt es dort. Außerdem sei es deutlich schlimmer, wenn ein abstürzendes Modellflugzeug einen Spaziergänger treffe – und diese Möglichkeit bestehe ja jetzt auch schon.
„Wir möchten ein gutes Miteinander in der Nachbarschaft und sind optimistisch, dass wir gute Kompromisse finden werden.“
Das könnte auch vonnöten sein, denn laut MFV ist ein Schreiben des Verbandsjustiziars in Arbeit, in dem gegenüber Bürgermeister und Bauamt von Lennestadt „große Bedenken“ gegen die Pläne in Elspe geäußert werden sollen.72d088816671b82760264b39ef3d17491286822bklein