Diese Konstellation hat sicher Seltenheitswert. Kurz und knapp könnte man sagen: Von Old Shatterhand zum Karnevalsprinzen ist es nur ein kleiner Sprung. Es war wirklich eine faustdicke Überraschung als Präsident Moritz Klein kurz nach 18.11 Uhr die neue Tollität in der Schützenhalle präsentierte. Der 54-jährige Schauspieler Kai Noll ist im Karl-May-Ort kein Unbekannter.
Von 2005 bis 2007 und dann wieder ab 2015 stellt er auf der Bühne in Elspe den Blutsbruder von Winnetou dar. Ebenfalls ist er seit 2003 in der Daily-Soap „Unter Uns“ bei RTL als Rufus Sturm zu sehen. Kai Noll ist großer Fußballfan des FC St. Pauli und reitet sehr gerne, ebenso ist er musikbegeistert. Für ihn ist es eine kurze Session; denn ausnahmsweise wird der Prinz für die 5. Jahreszeit in Elspe bereits am 11.11. gekürt. Als Old Shatterhand sorgt er genauso wie der scheidende Prinz Klaus Söbke (ist als Rechtsanwalt tätig) für Recht und Ordnung, betonte Klein in seiner kurzen Laudatio.
„Kalli“ Menne ist Jubelprinz
Als 25-jährigen Jubelprinz konnte er Kalli Menne auszeichnen. Gemeinsam mit seiner Frau Ulrike stimmten sie das Elsper Karnevalslied an: „Seit 84 Jahren regiert Prinz Karneval…“, die vielen hundert Kehlen sangen begeistert mit. Die weiteren Jubelprinzen haben sich für den Prinzenbrunch im Vereinslokal angekündigt. Norbert Gramann war vor 30, Karl Hester vor 40 Jahren und Heinz Börger vor 50 Jahren Prinz.
Das erste Bühnenbild nach dem Umbau war ein echter Hingucker. Rund um die Elsper Pfarrkirche war ein buntes Treiben aufgemalt worden. Der Präsident begrüßte den stellvertretenden Bürgermeister Michael Beckmann sowie den Ehrenpräsidenten Berthold Duwe nebst Gattin. Ein Willkommensgruß galt neben den einheimischen Karnevalisten der KG Ihnetal und den Freunden des HCC Helden. Für die Musik zeichnete sich an diesem Abend erstmals die Gruppe SAM verantwortlich. Als Zeremonienmeister unverzichtbar: Jürgen „Panni“ Eckel sowie die beiden jugendlichen Stellvertreter Justus Söbke und Simon Mester.
Vier Mädchengarden sind im Haus des Elsper Karnevals beheimatet. Den Auftakt machten die Sunshine Girls mit einem Schautanz über die Stadt, die mit K anfängt. Die Kleinen Blauen Funken, die Konfettistars mit einer umwerfenden Tanzshow und die Vogt-Garde zeigten, dass sie es drauf haben. Akrobatik und Leichtigkeit prägten die Tanzfolge und das Publikum war schier aus dem Häuschen.
Erstmals dabei mit einer Stand-up-Comedy-Präsentation, der Gewinner des Deutschen Comedypreises, David Werker. Er tourt seit 2010 durch die Lande und ist regelmäßig Gast bei verschiedenen Comedy-Sendungen im TV. Jetzt ist er erwachsen geworden und stellt sich die Frage: Wieso bestellen wir eine runde Pizza in einem quadratischen Karton und schneiden sie in Dreiecke?
Die Prinzengarde Helden mit ihrem Mariechen Tina Neuss bestach mit einem Gardetanz der Extraklasse. Der weibliche Gegenpart, die Funkengarde Helden, überzeugte ebenso mit einem Schautanz. Die Krachergarde der Kolpingsfamilie Elspe zeigte einen Gardetanz und wirbelte ihr Mariechen Pauline Blöing herum. Bruce Kapusta war dann angesagt. Der Trompeterclown aus Köln sorgte dafür, dass das Blasinstrument salonfähig wurde. Eben nicht eine Trompete, sondern ein Cornett, wie er mitteilte. Eine große Bandbreite diverser Karnevalhits war in seinem Repertoire vertreten. Das Männerballett aus dem Ihnetal glänzte mit einem Auftritt. Beim Finale stürmten alle Aktiven nochmal die Bühne.DSC 0405kl