„Alles hat ein Ende, nur dieser Bus hat zwei“ : Die Schreinerei von Thomas Hömberg ist beteiligt an einem weltweit einzigartigen Doppelkopfbus-Konzept.
Erhaben thront seit über 1000 Jahren die Abtei Mont-Saint-Michel vor der Küste der Normandie. Das Weltkulturerbe der UNESCO lockt jährlich drei Millionen Besucher vor die Tore des pittoresken Ortes. Nur ein schmaler Damm verbindet die Insel mit dem Festland. Der Damm unterbricht dabei auch die natürliche Meeresströmung, weshalb die Bucht immer mehr versandet und Mont-Saint-Michel peu-à-peu seinen Inselcharakter verliert.
Nun muss der Damm einer neuen Holzbrücke weichen, die dann ausschließlich mit Bussen zu befahren ist. Da aber kein Wendehammer existiert, können die Fahrzeuge nicht drehen.DSC00796kl
Die Wiesbadener Firma „Contrac Cobus“ – Weltmarktführer für Passagiertransporte auf Flughäfen – hatte die zündende Idee, einen einzigartigen Doppelkopfbus zu bauen, der auf beiden Seiten voll funktionsfähig ist, weshalb das Fahrzeug nicht zu drehen braucht. „Ein Zweirichtungsbetrieb klingt erst einmal relativ banal, ist aber weltweit einmalig“, erklärt Rüdiger Hömberg, Projektleiter bei „Contrac Cobus“.
Der Prüfungsprozess für die Typzulassung hat ein Jahr gedauert, bis letztendlich grünes Licht gegeben wurde.
Auch der optische Anspruch an die Busse war hoch. Die Teakholz-Außenverkleidung sowie die Bestuhlung – gefertigt in Trockenbrück bei der Schreinerei Hömberg und direkt bei der aufbauenden Firma „Caetanobus“ in Portugal angepasst – greifen das Design der Holzbrücke auf, die den Damm ersetzen soll. „Die Verkleidung erinnert nicht umsonst an echte Schiffsplanken“, weiß Thomas Hömberg über diesen einzigartigen Auftrag zu berichten.