Altenhundem.
Wird das Lehrschwimmbecken bald zum Leerschwimmbecken? Diese Frage treibt zurzeit so manchen Elsper an. Und trieb die Bürger auch zur jüngsten Sitzung des Schulausschusses, dessen Mitglieder sich über gefüllte Zuschauerränge freuen konnten.
Zankapfel Lehrschwimmbecken: Nachdem die Steuerungselektronik im September ihren Geist aufgegeben hat, kann der 40 Jahre alte Hubboden des Schwimmbades nicht mehr ohne Weiteres hochgefahren oder abgesenkt werden. Den Bedürfnissen der Schulen folgend, einigte man sich schließlich auf eine Wassertiefe von 1,10 Meter. Sehr zum Leidwesen der Elsper Bürger und Vereine, die das Schwimmbecken außerhalb der Unterrichtszeiten für ihren Übungsbetrieb und somit zur Gesundheitsvorsorge nutzen. Sie sähen am liebsten, dass der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird. Doch das würde das Stadtsäckel mit mindestens 16.600 Euro belasten.
Soll die Steuerungselektronik nun repariert werden oder müssen sich die zahlreichen Nutzer des Beckens mit der derzeitigen Situation arrangieren? Das war die Gretchenfrage während der jüngsten Sitzung des Schul- und Sportausschusses.
In der Sitzung zuvor war die Verwaltung beauftragt worden, die Alternativen auszuloten. Ein Ortstermin sollte Klarheit bringen – und nährte bei den Nutzern die Hoffnung, dass eine Reparatur nicht allzu lange auf sich warten lässt. Etwa 50 Bürger waren nun zur Sitzung gekommen, um sich mit der eigenen Präsenz gegenüber der Politik für die Sanierung und somit den langfristigen Erhalt des Lehrschwimmbeckens einzusetzen.
Die Verwaltung, und daran ließ Bürgermeister Stefan Hundt keinen Zweifel, tut sich schwer, die Reparatur der Steuerungsanlage in Auftrag zu geben. Denn auch ansonsten ist das Lehrschwimmbad in die Jahre gekommen, auch die Mechanik des Hubbodens sowie die Anlagen hinter der Schwimmbadkulisse seien marode. Und eine Komplettsanierung würde mit stolzen 350.000 Euro zu Buche schlagen. Hinzu komme, so Hundt, dass das Lehrschwimmbecken im benachbarten Grevenbrück erst vor einigen Jahren komplett saniert worden sei und auch noch genügend Kapazitäten bereithalten würde, um diese von Elspe aus zu nutzen. Die von der Stadt präferierte Lösung: Der Boden bleibt bei 1,10 Meter, eine endgültige Entscheidung über eine Gesamtsanierung wird erst im Rahmen des Schul- und Entwicklungsplanes im Frühjahr 2012 getroffen. Denn erst wenn die Weichen für die Zukunft der Lennestädter Schulstandorte gestellt seien und der Bedarf an Schwimmbecken feststehe, sei eine Gesamtsanierung zu verantworten.
Bis dahin kann das Schulschwimmen auch bei 1,10 Meter Wassertiefe stattfinden. Die restlichen etwa 200 Nutzer des Bades könnten, so die Verwaltung, nach Grevenbrück ausweichen. Für die zahlreichen Teilnehmer an den Wassergymnastikkursen stellt das jedoch keine Alternative dar. Denn in Grevenbrück gibt es keine einheitliche Wassertiefe, das Becken fällt von 0,80 Meter auf 1,35 Meter langsam ab, wodurch nur eine eingeschränkte Nutzung möglich ist.
SPD-Fraktionschef Heinz Vollmer hingegen setzte sich vehement für eine zügige Reparatur ein. Seine Alternative: Keine kostenintensive Gesamtsanierung, sondern lediglich die Reparatur des Hubbodens. Diese würde etwa mit 16.600 Euro zu Buche schlagen, was im Vergleich zu den sonstigen Aufwendungen für die Lennestädter Bäder in Meggen, Bilstein und Saalhausen nicht allzu viel sei. Problem hierbei: Nach der Reparatur der Steuerelektronik kann niemand garantieren, wie lange die ebenfalls dringend sanierungsbedürftige Mechanik des Hubbodens noch durchhält. Dieses hätte dann teure Folgereparaturen zur Folge.
Ein Bürger brachte die Situation auf den Punkt: „Wenn ich ein altes Auto habe und kein Geld für ein neues, dann muss ich das alte eben reparieren.“ Der Ausschuss sah dies anders und beschloss, die Reparatur vor dem Hintergrund des Schulentwicklungsplanes erst einmal auszusetzen. Nach der Sitzung machten die Bürger ihrem Unmut und ihre Enttäuschung vor dem Ratssaal Luft, während drinnen die Sitzung weiterlief.Lehrschwimmbeckenkl